Mit einer Abschlussveranstaltung in Marburg ist heute das 41. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC) zu Ende gegangen. Eine Woche lang forschten 16 Schülerinnen und Schüler aus gymnasialen Oberstufen am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg zu den Zukunftsthemen Biotechnologie und Arzneimittelentwicklung. In vier Gruppen präsentierten sie ihre Ergebnisse vor rund 200 Gästen aus Wirtschaft, Bildung und Politik.
Minister Schwarz besuchte die Ergebnispräsentation und lobte den Erfindergeist: „Das Erfinderlabor steht für das, was moderne Bildung ausmacht: Neugier wecken, Talente fördern und Potenziale entdecken. Als Bildungsminister ist es mir ein besonderes Anliegen, Leistung zu fördern – und Leistung bedeutet weit mehr als gute Noten. Sie bedeutet Engagement, Ausdauer, Kreativität und die Bereitschaft, sich anspruchsvollen Aufgaben zu stellen. Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher und technologischer Herausforderungen brauchen wir junge Menschen, die Freude am Forschen haben, kritisch denken und bereit sind, neue Wege zu gehen." Sein Dank gelte allen Partnern, die das Projekt ermöglichen: Die enge Zusammenarbeit von Schulen, Hochschule, Forschung und Industrie zeige eindrucksvoll, wie gemeinsam Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs übernommen werden könne.
Fragestellungen aus der wissenschaftlichen Praxis
Im Mittelpunkt des 41. Erfinderlabors standen die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. Die Jugendlichen stellten im Labor selbst Wirkstoffe her, bearbeiteten molekularbiologische Fragestellungen und lernten moderne Analysemethoden sowie pharmazeutische Technologieprozesse kennen. Sie arbeiteten weitgehend selbstständig an Problemstellungen aus der Praxis, werteten ihre Daten aus und bereiteten die Ergebnisse für die Abschlusspräsentation auf. Im Nachgang werden die Ergebnisse zusätzlich in Erklärvideos überführt, damit sie im regulären Schulunterricht genutzt werden können.
Zum Hintergrund
Das Zentrum für Chemie e. V. mit Sitz in Bensheim ist ein gemeinnütziger Verein, der seit dem Jahr 2004 den wissenschaftlichen Nachwuchs in den MINT-Fächern fördert. Seit über 20 Jahren führt das ZFC gemeinsam mit Schulen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Ministerien MINT-Projekte für Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis 19 Jahren durch.
Das 41. Erfinderlabor fand diesmal vom 17. bis 21. August statt und wurde unter anderem vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen unterstützt. Es handelt sich um einen einwöchigen, praxisorientierten Workshop und ist Teil der ZFC-Initiative „Schule 3.0 – MINT for Future“, die die MINT-Bewertungskompetenz für gesellschaftlich relevante Fragestellungen sowie die Berufsorientierung im Fachunterricht und an außerschulischen Lernorten stärken soll.